Posts filed under '足球'

一道足球數學題的多種解法

上次在bbs上討論大英超球隊們在本屆冠軍杯上的前景,有人貼了這么一篇文章:阿森纳名宿预测欧冠:英超包揽四强 切尔西登顶

大家一看盡皆笑癱,須知冠軍杯決出8強后必得重新抽簽,彼時完全隨機,不再有同國回避原則,就算英超球隊實力再強,理論上也不敢說能包攬——要是抽簽抽到有倆隊在四分之一決賽對掐怎么辦?

后來大家就開始算抽出使得英超球隊有機會包攬四強的排列的可能性了……

以下是三種想出來的解法:

1、我的笨辦法:

設有四個組,每組兩個隊,代表四分之一決賽的對陣雙方,將四支英超隊和四支非英超隊隨機扔進四個組里,組合為:4!^2,是為分子;

而八個隊隨機抽出四個組的組合可能有:C(8,2)xC(6,2)xC(4,2)x(C2,2),是為分母。相除得結果8/35。

2、數學奧賽選手哥們的解法:

設有8個坑,將8支隊填進去,使得12, 34, 56, 78四個組中沒有任何組中兩個坑都被英超球隊占了,依次填入英超球隊,排列可能為:(8×6x4×2)x4!;

所有的排列可能為8!,相除得8/35。

3、同寢室哥們最優雅簡捷的解法:

第一支英超球隊可選擇的外國對手為4支,第二支可選擇的為3支……4!

第一支球隊可選擇的對手為7支,第二支可選擇的為5支……7×5x3×1,相除得8/35。

后來想了想,第三種解法是蒙對的,呵呵。


Add comment 九月 17th, 2008

没有失败者的失败

发信人: Croatia (拉斯科爾尼科維奇), 信区: WorldSoccer
标  题: 没有失败者的失败
发信站: 水木社区 (Sat Jun 21 05:52:28 2008), 站内

看比赛的时候紧张得无比痛苦,真输了倒是很快就放下了
2月份爱德华多断腿那刻起就没有对克罗地亚抱太大希望,能打到这种程度,已经足够

这场比赛克罗地亚的小伙子们没有失败
奥利奇拼掉了最后一滴血,莫德里奇除了最后一个点球整场几乎完美
斯尔纳射出了该射的任意球,克拉什尼奇抢到了该抢的点,比利奇换了该换的人
今晚老天站在土耳其人那边,实在没办法……不得不祝贺土耳其顽强不死的又一个奇迹!

这届杯赛克罗地亚的小伙子们也没有失败
首场踢得一塌糊涂之后知耻而后勇痛击德国的比赛让人看了真是大快人心
就算是这场,战术也成功执行了120分钟,那多出来的一分钟之内的事实非人力能及
要说也有缺憾,体力总是出问题,sigh….几场下来基本下半场都不如上半场

输了就是输了,再祝贺一下土耳其人,希望他们再接再厉,半决赛杀一杀德国人的威风。

别了,科瓦奇兄弟!用这样一场神奇的比赛结束国家队生涯虽不完美,好歹是精彩结尾
再见,莫德里奇拉基蒂奇乔尔卢卡们,来日方长,你们还年轻,两年之后南非再见!


1 comment 六月 20th, 2008

欧洲杯日记 6.8 瑞士-捷克 葡萄牙-土耳其

拖着高温病体看的,苦啊!

揭幕战总体来说无比乏味,捷克很让人失望,罗西基缺席+老一辈退役已经让这支球队彻底沦为一支糙队,今天所有的进攻内容主要集中在右路Sionko和Grygera俩人身上,往往是没有什么配合就随便一脚传中,效果如何就是听天由命;那边厢瑞士也靠着贝赫拉米的边路个人发挥搞着扬库。瑞士队开场的时候还是继承了世界杯上的良好防守,退防很快,捷克攻上去往往看到面前七八个防守队员组成的阵线,确实很难打,只好交给边路的Sionko去蛮干一通(伊的蛮干技术说实话还不错);他们自己的防线却是糟糕得可以,上半场就有两次传球失误给对手打反击,还有一次是后腰冒顶让Frei突进去射了一脚,要不是切赫牛逼就丢球了。

Frei上半场尾声受伤是个转折点,其实雅金上去之后战术效果未必比他差,但队长挂掉对一支球队心理的影响还是显而易见的,尤其是他还是痛哭着走了下去……全场人民都看在眼里。瑞士下半场开场狂攻没有效果,另一边主帅布吕克纳看到这样下去高中锋Koller就是一个摆设,遂用本国联赛前锋斯维尔科什将其换下,事实上虽然后者过了十来分钟打入致胜球,却也只能算是一个意外——这种反越位不太可能是战术演练的结果,更像是队员在场上形势混乱的时候自己脑子清楚抓住了对方不经意露出的破绽。然而即使这是一个意外,也说明老头确实对场上局势看得比较清楚,捷克现在缺技术缺配合,说句恶心话,Koller在场上就跟韩鹏之于中国队一样,没有太大意义……

 后面Kuhn果然相当kühn,拿边锋换边后卫,光屁股猛攻,也立竿见影,可惜运气稍差。冯兰滕射门的时候,切赫已经无能为力,门框帮忙,没办法。这个球不进,基本上瑞士也就泄气了,我就半梦半醒地撑到了终场。

这场比赛说实话没啥特别出色的球员,印象比较深的倒是裁判罗塞蒂的判罚很到位,吹了一场值得欣赏的好哨。

后面一场太困就没能起来,看了看集锦,葡萄牙两个入球都挺漂亮,Pepe size大腿长爆发力牛,很好很强大,Moutinho那个球也有点意思,脑子挺清楚。


Add comment 六月 8th, 2008

央视解说员黄春的精彩解说

拜仁对斯图加特,细节来自我同学的描述,足够笑瘫人了……

1、“上半场达希尔瓦打入了一脚精彩绝伦的任意球”——不就是一脚ws的折射嘛。。。

2、延森边路生吃一个奥索里奥 丫也能恶心我一通 说“延森百米速度11秒96,在足球运动员中那可是风驰电掣啊……”

3、boka在罚任意球 丫不知道说啥。。。 就说 “我们看啊,boka这体型,真是强壮啊。。。”

4、丫说boca一米六六 范比滕一米九六 “boca跳起来也没范比滕高。。。”

5、丫称拜仁的三个人为三剑客。。。他说  跟历史的三剑客 比比 也是杠杠的啊。。。

6、丫不知道说啥又开始胡说了。。。如果总进球数达到100个,“堪比张伯伦啊。。。”


Add comment 四月 27th, 2008

想起大学同一条床上睡觉的哥们

    他比我高半厘米,生得十分之瘦弱,踢球的时候穿一身守门员的长衣,有如一支巨大的风筝。那年头我们院队实力奇弱,一场比赛经常要被对手射三十多脚——于是我们经常能看到这样的一幕:人家一脚远射偏出,他整个人飞将出去扑救;再要站起来,却突然龇牙咧嘴地捂腿倒下,原来抽筋了。在我记忆当中,作为一个守门员他还没有没抽过筋的比赛,我帮他压腿抑或架他离场也不晓得究竟几次。现在每次想起当年的场面,我都忍不住要笑,仿佛又亲眼看到他穿着那身花里胡哨的1号队服,一只手捂着眼睛,死气沉沉仰面朝天倒在自己禁区的地上。比我高半厘米的W啊,他就是这么可爱,我爱他简直爱得要死。


Add comment 三月 17th, 2008

昨儿中北美洲奥运足球预选赛

古巴跑到客场打美国

比赛还没开始,18个人大名单就跑了7个


Add comment 三月 16th, 2008

代斯勒退役后的采访

“Dumm gelaufen, oder?”Der Nationalspieler über den Anfang seiner Karriere – und das bittere Ende. Heute sagt Sebastian Deisler: Ich war nicht geschaffen für dieses Geschäft.
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30.9.2007 0:00 Uhr
30.9.2007 0:00 Uhr
Sebastian Deisler, 27, galt als der talentierteste deutsche Fußballspieler. Sein Weg führte über Mönchengladbach und Berlin zum FC Bayern – bis er ausstieg. Hier redet er zum ersten Mal öffentlich über den Entschluss.

Herr Deisler, Sie haben vor acht Monaten Ihre Karriere beendet und seitdem nichts mehr in der Öffentlichkeit gesagt. Warum, und wie geht es Ihnen?

Danke, mir geht es gut. Ich habe erst einmal Abstand gebraucht und die Ruhe genossen. Daran möchte ich auch nichts ändern. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte kein neues Thema werden. Ich möchte jetzt ein Leben führen, das ich allein bestimme. Aber ich kann mich öffnen und Ihnen einen kleinen Einblick geben, was mich dazu bewogen hat, meine Karriere zu beenden.

Sie taten das mit 27, im besten Fußballeralter. Fehlt Ihnen nicht der Fußball?

Der Fußball, der mir fehlt, ist ein anderer als der, den ich verlassen habe. Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass ich so, wie alles gelaufen ist, nicht geschaffen war für dieses Geschäft. Am Ende war ich leer, ich war alt, ich war müde. Ich bin so weit gelaufen, wie mich meine Beine getragen haben, mehr ging nicht.

Lassen Sie uns das ein wenig ordnen. Sie haben Ihren Entschluss zum Ausstieg Anfang des Jahres in Dubai, im Trainingslager des FC Bayern, getroffen.

Ich habe für mich keine andere Lösung mehr gesehen. Ich war verbittert, auch über mich selbst. Ich kann auch nicht verlangen, dass mich jeder versteht. Langsam finde ich zu mir zurück und möchte mir fernab der Öffentlichkeit etwas Neues aufbauen. Ich bitte nur, dass man dies respektiert.

Wie verliefen die Tage nach Ihrer Entscheidung?

Ich war froh, ich habe Erleichterung empfunden. Ich hatte mich nach Verletzungen so oft herangekämpft, aber am Ende ist mir die Kraft ausgegangen. Ich brauchte ein paar Monate, um einen neuen Rhythmus zu finden. Das war nicht einfach. Mittlerweile komme ich damit gut zurecht.

Uli Hoeneß sagte damals: Wir haben den Kampf um Sebastian Deisler verloren. Empfanden Sie das auch so: Haben Sie den Kampf um sich verloren?

Nein, ich sehe das anders. Wissen Sie, ich habe so lange gekämpft gegen mich, ich habe Krieg geführt gegen mich, bis ich es nicht mehr ausgehalten habe. Deswegen habe ich einen Schlussstrich gezogen. Uli Hoeneß bin ich dankbar dafür, dass er mir zugehört hat, dass er mich verstanden hat. Aber im Januar war ich an einen Punkt gekommen, an dem ich mich maßlos überfordert hatte mit all meinen Problemen, meinen Schmerzen und mit meinem Träumen. Im letzten Testspiel in Dubai, gegen Marseille, hätte ich mich fast wieder verletzt, es war kurz davor. Ich hatte mich noch gerade über Wasser halten können.

Was ist diese Entscheidung heute?

Ein Sieg, aber einer, der in seiner Tragweite auch bitter war. Ich habe mich lange und intensiv mit meiner Vergangenheit auseinandergesetzt. Für mich ist heute vieles klarer. Ich kann mir erklären, warum es so gelaufen ist, ja, warum es am Ende einfach nicht funktionieren konnte.

Lassen Sie uns an Ihren Erkenntnissen teilhaben? Wie konnte es dazu kommen?

Da muss ich weit zurück in meinem Leben. Ich kann Ihnen davon erzählen, weil ich heute glaube, dass in meiner Vergangenheit Gründe liegen. Ich bin ja praktisch nur mit einem Bein aus dem Haus gelaufen. In meiner Heimat Lörrach waren wir damals mehrere Jungs, die im Hof Fußball spielten. Ich war immer der Kleinste. Wir waren damals 14 oder 15. Ich war nicht mal einssechzig groß. Ich spielte viel besser Fußball als die anderen. Irgendwann fingen meine Freunde an, mich auszulachen. Sie machten sich lustig über mich wegen meiner Körpergröße. Im Kampf um die neuesten Markenartikel konnte ich auch nicht mithalten, da meine Eltern andere Werte gesetzt haben. Heute bin ich ihnen dafür sehr dankbar, damals war es eine Qual. Ich litt sehr darunter.

Aber das waren doch Kinder.

Ja, aber ich war ja auch noch eins. Die Sache nahm für mich ungeheure Ausmaße an. Zum Teil Kinderkram, ich weiß, aber damals traf es mich sehr.

Was sagten Ihre Eltern damals?

Ich hatte ein gutes Elternhaus, aber meine Eltern konnten mir damals nicht so helfen. Sie hatten eigene Probleme, Probleme, die es in vielen Familien gibt. Mein Zuhause war damals für mich nicht der Ort, an dem ich mich hätte zurückziehen können. Meine Mutter wollte nicht, dass ich gehe. Aber ich sah für mich nur noch darin eine Chance. Diese Dinge haben mich von zu Hause weggehen lassen. Heute weiß ich, dass es viel zu früh war. Ich wollte es damals auf Teufel komm raus meinen Freunden und mir zeigen.

Und mit diesem Schmerz und Druck zogen Sie los.

Ja, mit diesem Ballast. Und dann kamen mein Ehrgeiz und mein Talent dazu. Ich ging ab wie eine Rakete. Das war Ende der neunziger Jahre. Heute weiß ich, dass das alles viel zu schnell ging und viel zu viel war. Die Welle, die über mich kam, war nicht mehr aufzuhalten.

Der deutsche Fußball lag am Boden. Sie waren der Hoffungsträger. Eine ganze Nation projizierte ihre Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen auf Sie.

Ja, das müssen Sie sich mal vorstellen. Ich galt als Heilsbringer des deutschen Fußballs. Ich war 19!

Mittlerweile waren Sie über Mönchengladbach in Berlin gelandet.

Oh ja, Berlin – wo plötzlich alles anders war als normal. In Berlin ging es für mich von null auf tausend. Jeder wollte wissen, welche Jeans ich trage und welches Parfüm. Über Nacht hatte ich kein Privatleben mehr. Man wollte aus mir den Beckham von der Spree machen, aber das war ich nicht. Trotzdem habe ich versucht, es, so gut es ging, zu machen. Ich wollte es zum Guten steuern, dass etwas anderes rüberkommt.

Was sollte rüberkommen?

Ich habe bei Autogrammstunden versucht, jedem etwas Persönliches mit auf den Weg zu geben. Mich hat es deprimiert, wenn die zweite Frage war: Welches Auto fährst du, wie viel Geld verdienst du? Wenn es allen nur noch darum geht, dann gute Nacht. Ich freue mich auch, ein schönes Auto zu fahren, ich freue mich, dass ich heute meine Familie unterstützen kann. Aber damals hat mich das alles sehr irritiert.

Was meinen Sie damit, wenn Sie sagen: Ich war nicht geschaffen für dieses Geschäft?

Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Ich wollte ja auch dazugehören. Es geht im Fußball sehr viel um Status, um Titel, um Ego, um Macht. Das habe ich gesehen in dieser Welt. Ich habe lange versucht, den Schein zu wahren. Ich trug eine Maske, innerlich habe ich dagegen rebelliert. Ich habe andere Dinge gesucht.

Welche Dinge haben Sie gesucht?

Ich wollte Spaß und Freude vermitteln. Mir waren die Gucci-Brillen und Prada-Shirts nicht so wichtig. Aber klar, es gab auch Phasen, in denen ich versucht habe, mich über Äußerlichkeiten zu definieren. Aber ich kam mir so lächerlich vor. Wissen Sie, in Berlin habe ich in meiner Wohnung gesessen, ich war bekannt in ganz Deutschland, ich war oben angekommen, und vor der Tür stand ein Mercedes. Aber das alles hat mich nicht glücklich gemacht. Ich habe mich gefragt, war’s das jetzt? Ich war todunglücklich.

Warum haben Sie nichts dagegen unternommen?

Das ist gar nicht leicht. Ich hatte schon in Berlin das Gefühl, dass es gegen die Wand fährt. In Berlin gab es diese Geschichte mit dem Scheck.

Im Oktober 2001 tauchte in der „Bild“-Zeitung der Auszug Ihres Kontos auf. Der FC Bayern hatte Ihnen 20 Millionen Mark dafür überwiesen, dass Sie im Sommer 2002 nach München wechseln …

Ja, das war am Vormittag, und am Nachmittag habe ich gegen den HSV gespielt und mir meine erste ganz schwere Verletzung zugezogen. Monate vorher, im Sommer 2001, hatte ich Herthas Manager Dieter Hoeneß gesagt, dass ich im Sommer 2002 nach München wechsele. Er bat mich, damit nicht an die Öffentlichkeit zu gehen, sondern ein halbes Jahr zu warten, um keine Unruhe aufkommen zu lassen. Das hatte ich verstanden, schließlich hatte ich dem Verein einiges zu verdanken, ich bin in dieser Zeit Nationalspieler geworden. Aber es war schlimm für mich, nichts sagen zu können. Jeden Tag wurde ich gefragt, von Fans, von Journalisten, von meinen Mitspielern. Im Oktober platzte dann die Geschichte. Und ich stand da wie ein Verräter. Plötzlich wurde ich gehasst in Berlin. Ich wurde beschimpft, als ich mit Krücken auf der Tribüne saß und nicht spielen konnte. Ich hätte damals aufhören müssen, aber ich konnte noch nicht loslassen.

Erzählen Sie weiter …

Ich wollte nicht so abtreten. Ich wollte Berlin erhobenen Hauptes verlassen. Ich wollte in den verbleibenden Monaten zeigen, dass ich alles für diesen Verein tue, aber ich war verletzt. Heute weiß ich, dass ich damals hätte sagen müssen, was mir auf der Seele lag. Ich wurde schuldig gemacht für etwas, wofür ich gar nichts konnte. Heute wundert mich, warum ich nicht durchgedreht bin.

Warum nicht?

Ich zog mich damals massiv zurück, ich ließ niemanden mehr an mich ran. Ich wollte einfach nur noch meine Ruhe haben. Ich habe vor drei Wochen ein Foto von mir gesehen. Das hängt in Berlin in einem griechischen Restaurant. Der frühere Hertha-Mitspieler Kostas Konstantinidis hatte mich damals, es muss 2001 gewesen sein, mitgenommen. Wir machten ein Foto mit dem Besitzer. Ich habe dieses Foto erst jetzt gesehen. Das ist ein Bild von mir, das ich nicht mehr sehen kann. Ich erkenne in diesem Bild meinen ganzen Schmerz, meine ganzen Probleme. Heute kann ich darüber sprechen, weil ich erkannt habe, wie es dazu kommen konnte. Aber damals war ich einfach noch nicht so weit. Ich bin sehr depressiv geworden.

Sie waren mittlerweile beim FC Bayern.

Ja, ich glaubte, im Kreise vieler Stars untertauchen zu können. Aber eigentlich kam ich schon verletzt nach München. Mein Knie war kaputt und auch mein Kopf. Später ließ ich, wie bekannt ist, meine Depressionen behandeln. Kein einfacher Schritt. Aber gut, ich schaffte wieder den Anschluss. Ich wollte es noch einmal versuchen. Dabei hatte ich mich längst übernommen. Mein Gott, ich hatte utopische Träume. Ich wollte beim FC Bayern in die Mitte des Spiels kommen, um einen neuen Geist hereinzubringen, mehr Freude am Spiel, mehr miteinander und nicht dieses Egobetonte.

War es nicht naiv, zu glauben, ein Spieler wie Sie könnte den FC Bayern ändern?

Bei Hertha und in der Nationalmannschaft war ich in der Mitte. Dort konnte ich führen, eine Richtung vorgeben. Als zentraler Spieler hat man die Stellung, die man dazu benötigt. Mir ging es darum, andere neben mir gut aussehen zu lassen. Der Nebenmann merkt, oh, da kommt was Positives rüber, dann gebe ich zurück. Aber ich hatte nicht mehr die Position dafür, nicht mehr die Voraussetzungen und am Ende auch nicht mehr die Kraft.

Sie resignierten?

Mir fehlte von Anfang an ein festeres, ein stärkeres Fundament. Ich habe mit 15 alles auf die Karte Fußball gesetzt, habe viel zu früh mein Elternhaus verlassen. Ich hatte damals schon Probleme. Mein Talent im Fußball wurde zu meinem Schutz. Auch im Fußballgeschäft gibt es Leute, denen es um etwas anderes geht. Roque Santa Cruz beispielsweise habe ich wegen seines Fundaments beneidet. Ich habe versucht, mich freizuschwimmen. 2002 habe ich dann meine Lebenspartnerin kennengelernt. Bei ihr habe ich Halt gefunden. Wir bekamen einen Sohn, der ist jetzt dreieinhalb. Sie gaben mir die Kraft, vielleicht doch den Traum zu verwirklichen: Fußball zu spielen und trotzdem eine eigene Welt zu haben. Ich habe an Roque so bewundert, dass er so eingebettet ist in einer großen Familie. Er trägt sein Herz offen, ich habe meins zugemacht.

Weswegen nur?

Ich wollte nicht mehr verletzt werden wie damals mit 15. Ich habe versucht, in diesem Geschäft zu überleben. Dabei bin ich so weit übers Ziel hinausgeschossen. Ich hätte eher auf meinen Körper hören sollen. Ich habe versucht, vieles zu verstecken.

Und Sie gaben den Kampf um Ihren Traum auf?

Ich habe lange probiert, so zu sein wie viele der Fußballer. Oliver Kahn hat mal gesagt: Man stumpft ab in diesem Geschäft. Das ist auch so. Ich kann das aber nicht. Ich lebe als Fußballer und Mensch von meiner Intuition, von meinem Gefühl. Ich hatte auf dem Feld nicht diesen einen festen Plan, ich habe gesehen, wo die Stärken und Schwächen meiner Mitspieler waren, ich habe gesehen, welchen Ball, welchen Pass wer braucht. Verstehen Sie, was ich meine? Das ist meine Intuition, meine Kreativität, das ist meine Fantasie. Das ist es, warum ich so gut Fußball gespielt habe in meiner guten Zeit.

Sie hatten Angst davor, abzustumpfen und Ihr Fußballspiel zu verlieren?

Am Ende habe ich versucht, mit dem Gedanken zurechtzukommen, nur noch auf der rechten Seite zu spielen. Aber dieser Spieler war ich nie. Einen Meter neben der Außenlinie habe ich mich eingeengt gefühlt. Ich habe mich mit dieser Begrenzung nicht abfinden können, war aber andererseits froh darüber, überhaupt weiterspielen zu können mit meinem Knie. Ich hatte am Ende keine Kraft mehr, ich war müde. Deswegen musste ich Schluss machen.

Haben Sie ihre Entscheidung bereut?

Oh nein. Anfangs kamen viele Dinge hoch. Ich denke heute schon etwas anders darüber. Ich bin kein Mitläufertyp, dafür war ich auch zu gut. Aber ich bin auch kein Effenberg. Ich habe lange versucht, im Fußball zu überleben, wollte hart und kühl sein. Aber so bin ich nicht. Ich habe mich selbst verletzt. Ich hätte früher versuchen sollen, mich zu öffnen. Aber ich hatte Angst davor.

Sie wollten nicht, dass es heißt: Sie sind zu schwach?

Das bin ich nicht, glauben Sie mir. Vielleicht gelte ich jetzt als zu weich für dieses Geschäft, aber ich habe etwas getragen und ausgehalten, was nicht jeder in diesem Geschäft erleben muss. Stellen Sie sich mal damals die Schlagzeile vor: Der Retter des deutschen Fußballs muss gerettet werden. In dieser Welt ist man nur jemand, wenn man keine Schwächen zeigt: Entweder du gewinnst, oder du verlierst. Ich hätte mich gern mal angelehnt, mich ausgeruht. Sollte ich das der „Bild“-Zeitung sagen?

Sie sagen es ja jetzt.

Ja, und zum letzten Mal. Das Geschäft hat zu schnell Besitz ergriffen von mir. Ich habe nie die Zeit gehabt zum Wachsen, nie die Zeit, erwachsen zu werden, ich hatte nicht mal die Zeit, Fehler zu machen. Beim FC Bayern hat man dann versucht, mir Zeit zu geben. Dafür bin ich Uli Hoeneß sehr dankbar. Er hat bis zum Schluss an mich geglaubt, aber es ging einfach nicht mehr. Kurz: Es ist alles ein bisschen dumm gelaufen, oder?

Sie sind zynisch gegen sich selbst?

Nein, heute kann ich das so sagen. Das ist mein kleiner Sieg.

Was wollen Sie jetzt tun?

Da fällt mir eine kleine Geschichte ein. Als ich noch bei Hertha war, saß ich im Mannschaftsbus und blickte aus dem Fenster. Ich sah drei junge Männer. Vielleicht 19, 20 Jahre alt, so wie ich damals, sie hatten Schultaschen über den Schultern, es waren Studenten. Was hätte ich damals dafür gegeben, mit ihnen zu tauschen. Momentan arbeite ich an einem Buch, das andere hole ich bestimmt nach. Ich freue mich drauf.

Herr Deisler, welches Bild soll von Ihnen bleiben?

Er hat seinen Weg gefunden.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 30.09.2007)


Add comment 三月 15th, 2008


 

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